Während sich die Politiker hierzulande auf Facebook und Co einschießen, treibt Google weitgehend unbeobachtet seine Spielchen.
Mir ist Google schon lange nicht mehr geheuer. Suchmaschine, Gmail, Picassa, Android, Wave, Street View, Earth, Ads, usw.
Google wird zu einer immer größeren Datenkrake, die in alle Lebensbereiche vordringt.
Aber Google ist ja gut. Eine Firma, die nur unser Bestes will.
Vor ein paar Tagen wurden in der Presse Gerüchte bekannt, wonach Google mit Verizon in Verhandlungen steht, die Netzneutralität zu kippen.
Das wurde zwar zunächst dementiert, doch nun ist es raus:
Google steht zur Netzneutralität – aber nicht für das mobile Internet.
Wie nun bekannt wurde, wollen Google und Verizon, dass im mobilen Internet bestimmte Dienstleistungen bzw Services gegen Bezahlung mit einer höheren Priorität behandelt werden.
Als Begründung wird angeführt, dass der “drahtlose Marktplatz wettbewerbsstärker sei und sich rascher wandle”.
Hier zeigt sich meiner Meinung nach, die wahre Ansicht Googles.
Sicher ist der Mobilmarkt wesentlich härter umkämpft. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass hier die gleichen Prinzipien gelten sollten. Am Ende läuft es darauf hinaus, dass jede Art von Information gleichberechtigt übertragen werden können muss.
Google dringt mit Android nun auch in den Mobilsektor ein – überaus erfolgreich.
Will man sich hier schonmal auf “unliebsame Konkurrenz” vorbereiten?
Wenn Google entsprechende Zahlungen an bspw. Verizon tätigt, damit Google-Dienste mit höherer Priorität behandelt werden, hätte neue und kleine Anbieter wohl kaum eine Chance, gegen den Datenstrom von bspw. Youtube anzukommen.
Interessant ist in dem gemeinsamen Blog-Post auch, dass Google zwar zur Netzneutralität im “herkömmlichen” Internet steht, aber explizit nur die Sprache von “lawful”, also legalen Diensten ist.
Hierzu der Absatz:
“This means that for the first time, wireline broadband providers would not be able to discriminate against or prioritize lawful Internet content, applications or services in a way that causes harm to users or competition.”
Bedeutet im Umkehrschluss: Man würde es wohl einsehen, dass “nicht-legale” Inhalte von den Regelungen ausgenommen werden.
Klingt sinnvoll und im Bezug auf bspw. volksverhetzende oder kinderpornografische Inhalte erhält das Ganze selbstverständlich auch meine Zustimmung.
Problem ist natürlich, dass solche Einschränkungen idealerweise nur von staatlicher Stelle aus beschlossen werden dürften. Und was das für Angebote wie Wikileaks bedeuten dürfte, darf sich jeder selbst ausmalen.
Google zeigt hier sein wahres Gesicht. Konkurrenz ausbooten, mit der Politik gut stellen, Geld scheffeln – auf Kosten anderer.