“Löschen statt Sperren” angeblich erfolglos

15. August 2010 16:46 von Twiddle

Wie man bei Spiegel lesen kann, ist “Löschen statt Sperren” offenbar nicht so erfolgreich, wie bisher angenommen.

 

Der Eco Verband hat letzten Sommer 144 kinderpornographische Webseiten an “Inhope” gemeldet – den internationalen Dachverband der Beschwerdehotlines.

Von 110 amerikanischen Seiten waren offenbar mehr als die Hälfte auch nach einem längeren Zeitraum noch abrufbar.

 

Das BKA legt ähnliche Zeiten vor. Von seit Juni an Inhope gemeldete Seiten waren auch nach einer Woche noch 63% erreichbar.

Und schon werden natürlich wieder die Rufe nach dem Zugangserschwerungsgesetz laut.

 

Klar. Warum auch nicht.

Aber wo liegt der Fehler?

 

Herr Gott, sobald Bürokratie ins Spiel kommt, funktionieren die Dinge nunmal nicht so wie man sich das vorstellt. Können das unsere Behörden nicht endlich lernen?!

Wozu Inhope zwischenschalten, wenn man die Provider direkt anschreiben kann??

Ich fass es einfach nicht. Hier geht es um unsere Freiheit und die spielen wieder Beamte die alles in dreizehnfacher Ausführung brauchen.

 

Die Tests von unabhängigen Stellen haben es doch gezeigt: Provider direkt anschreiben und die Seiten sind offline.

Aber nein.

 

Leute, das ist nicht euer Ernst, oder?

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Google zeigt sein wahres Gesicht

10. August 2010 22:32 von Twiddle

Während sich die Politiker hierzulande auf Facebook und Co einschießen, treibt Google weitgehend unbeobachtet seine Spielchen.

 

Mir ist Google schon lange nicht mehr geheuer. Suchmaschine, Gmail, Picassa, Android, Wave, Street View, Earth, Ads, usw.

Google wird zu einer immer größeren Datenkrake, die in alle Lebensbereiche vordringt.

Aber Google ist ja gut. Eine Firma, die nur unser Bestes will.

 

Vor ein paar Tagen wurden in der Presse Gerüchte bekannt, wonach Google mit Verizon in Verhandlungen steht, die Netzneutralität zu kippen.

Das wurde zwar zunächst dementiert, doch nun ist es raus:

Google steht zur Netzneutralität – aber nicht für das mobile Internet.

 

Wie nun bekannt wurde, wollen Google und Verizon, dass im mobilen Internet bestimmte Dienstleistungen bzw Services gegen Bezahlung mit einer höheren Priorität behandelt werden.

 

Als Begründung wird angeführt, dass der “drahtlose Marktplatz wettbewerbsstärker sei und sich rascher wandle”.

 

Hier zeigt sich meiner Meinung nach, die wahre Ansicht Googles.

Sicher ist der Mobilmarkt wesentlich härter umkämpft. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass hier die gleichen Prinzipien gelten sollten. Am Ende läuft es darauf hinaus, dass jede Art von Information gleichberechtigt übertragen werden können muss.

Google dringt mit Android  nun auch in den Mobilsektor ein – überaus erfolgreich.

Will man sich hier schonmal auf “unliebsame Konkurrenz” vorbereiten?

Wenn Google entsprechende Zahlungen an bspw. Verizon tätigt, damit Google-Dienste mit höherer Priorität behandelt werden, hätte neue und kleine Anbieter wohl kaum eine Chance, gegen den Datenstrom von bspw. Youtube anzukommen.

 

Interessant ist in dem gemeinsamen Blog-Post auch, dass Google zwar zur Netzneutralität im “herkömmlichen” Internet steht, aber explizit nur die Sprache von “lawful”, also legalen Diensten ist.

Hierzu der Absatz:

This means that for the first time, wireline broadband providers would not be able to discriminate against or prioritize lawful Internet content, applications or services in a way that causes harm to users or competition.

 

Bedeutet im Umkehrschluss: Man würde es wohl einsehen, dass “nicht-legale” Inhalte von den Regelungen ausgenommen werden.

Klingt sinnvoll und im Bezug auf bspw. volksverhetzende oder kinderpornografische Inhalte erhält das Ganze selbstverständlich auch meine Zustimmung.

Problem ist natürlich, dass solche Einschränkungen idealerweise nur von staatlicher Stelle aus beschlossen werden dürften. Und was das für Angebote wie Wikileaks bedeuten dürfte, darf sich jeder selbst ausmalen.

 

Google zeigt hier sein wahres Gesicht. Konkurrenz ausbooten, mit der Politik gut stellen, Geld scheffeln – auf Kosten anderer.

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Staat zahlt kirchliche Gehälter

8. Juni 2010 17:44 von Twiddle

Wow, das war mir nicht bewusst.

 

Spiegel Online schreibt zur Spar-Debatte, dass Deutschland 2009 442 Millionen Euro an Steuergeldern für klerikale Gehälter ausgegeben hat.

 

Ähm, wie bitte?

 

Trennung von Staat und Kirche? Kirchensteuer?

Und dann kriegen die auch noch die Gehälter bezahlt?

 

Unglaublich!

 

Das ganze geht auf einen Beschluss aus dem Jahr 1803(!!) zurück. Damals wurde die Reichskirche zwangsenteignet um Fürsten für die an Napoleon verlorenen Gebiete zu entschädigen.

 

Und dafür zahlen wir also heute noch… Ich fass es nicht.

 

Georg Ratzinger findet das normal. “Schließlich habe der Staat ja auch die Kirche "geplündert" und ihr "viel gestohlen".”

 

Ja ne, is klar. Dafür hat uns die Kirche ca. 500 Jahre Fortschritt und Entwicklung gekostet. Wiegt das mal in Gold auf!

Und sonst ist die Kirche in letzter Zeit ja auch eher für "Verjährungen" zu haben...

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Nachfolger für Köhler gesucht…

2. Juni 2010 16:01 von Twiddle

Und das soll eventuell Zensursula werden?

 

Oh mein Gott! Bitte nicht!

Es heißt doch, man sucht jemanden, der eine ähnliche Integrität wie Horst Köhler hatte.

Jemand, der auch mal seine Unterschrift verweigert.

Der nicht der Regierung nach dem Mund redet.

 

Und dann will man Frau von der Leyen? Die nicht mal vor KiPo als Wahlkampfthema zurückgeschreckt und die Internetsperren vorangetrieben hat?

Schlimmer geht’s wohl nicht.

 

Kategorien: Politik
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Kein Herstellungs- und Verbreitungsverbot für "Killerspiele"

17. Mai 2010 19:53 von Twiddle

Wie golem.de berichtet, wird der Jugendschutz, wie von der Innenministerkonferenz gefordert,  nicht weiter verschärft.

Stattdessen werde man auf “Aufklärungskampagnen und andere Aktivitäten” setzen.

 

Danke! Man hat es als Erwachsener in Deutschland auch wirklich so schon unnötig schwer im Bereich der Computerspiele und Filme.

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Der Terrorwahn und seine Absurditäten

10. Mai 2010 17:17 von Twiddle

In England ist ein Twitterer zu 1000 Pfund Strafe verurteilt worden, weil er geschrieben hat, dass er den Robin Hood Aiport “himmelhoch in die Luft jagen” werde, wenn sein Flug Verspätung haben sollte.

 

Begründung:

“Verschicken einer "beleidigenden, obszönen oder bedrohlichen Botschaft über ein öffentliches Telekommunikations-Netzwerk"”

 

Ich sag ja schon lange, dass die “Terroristen” gewonnen haben. Früher hat mein einen rumstehenden Koffer auf’s Fundbüro gebracht, heute ruft man die GSG 9 und sperrt den Bahnhof/Flughafen.

 

Und ab jetzt sollte man sich auch Sarkasmus, Ironie und Zynismus schenken.

Ganz besonders im Internet - weil das das Medium des gemeinen Terroristen ist!

 

Schöne, neue Welt…

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Merkel hat uns gerettet!

10. Mai 2010 11:56 von Twiddle

Spiegel Online:

“EU-Beschlüsse treiben Dax und Euro nach oben”

 

Das gigantische Rettungspaket der EU zeigt Wirkung: Der Dax schießt in den ersten Handelsstunden um nahezu fünf Prozent in die Höhe, der Kurs des Euro steigt. Kanzlerin Merkel sieht sich bestätigt: "Wir schützen das Geld der Menschen in Deutschland."

 

Genau! Sie schützen nur unser Geld!

Die 120 Mrd. werden ja auch von denen die jetzt an der Börse verdienen gezahlt!

 

Moment…

Kategorien: Politik
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Meinungs- und Pressefreiheit in Gefahr

9. Mai 2010 13:05 von Twiddle

Den Print-Medien geht es ja schlecht. Richtig schlecht.

Die Verkaufszahlen sind rückläufig, die Einnahmen sinken.

Da muss man natürlich was tun! Und natürlich erstmal einen Schuldigen ausmachen.

 

Der Schuldige ist schnell gefunden: Der parasitäre Netznutzer und seine “Im Internet muss alles kostenlos sein”-Mentalität.

 

Damit das nicht so bleibt, ha sich schwarz-gelb vorgenommen, den Lobbyisten einen gefallen zu tun und das Urheberrechtsgesetz zu erweitern. Die Paragraphen 87f und 87g sollen für den “Schutz des Presseverlegers” eingeführt werden.

 

Das würde unter anderem beinhalten, dass der Presseverleger das ausschließliche Recht hat, “das Presseerzeugnis oder Teile daraus zu vervielfältigen, zu verbreiten und öffentlich wiederzugeben”.

Das ganze wird dann über eine Verwertungsgesellschaft verwaltet.

 

Verstanden?

 

Zitieren geht nicht mehr ohne Geld an eine Drücker-Kolonne wie GEMA, ZPÜ oder bspw. VG Wort zu zahlen.

 

Das Ganze ist offenbar so schwammig formuliert, dass bspw. bereits das Verlinken oder Zitieren in privaten Blogs zu einer Leistungsforderung führen könnte.

Eine öffentliche Diskussion wäre damit stark eingeschränkt oder eventuell garnicht mehr möglich.

Behauptungen muss man schließlich mit Quellen und Zitaten belegen. Und wenn das nicht mehr geht…

 

Ich finde es interessant, wie die Presse-Mafia von der bisherigen Content-Mafia (Musik, Spiele und Film) gelernt hat. Es sind immer die anderen schuld und man muss mit dem Vorschlaghammer versuchen, sein krankenden System am Laufen zu halten.

Ich persönlich bin gerne bereit, für Online-Angebote von Zeitungen und Zeitschriften zu zahlen.

 

Aber:

  1. Hat’s in Deutschland glaub noch keiner versucht.
  2. Wird das scheitern, weil die vermutlich Ihren Hals wieder nicht voll bekommen würden.

 

Es hat sich das alles schonmal so abgespielt.

Die Musikindustrie ist mit ihren Online-Vertriebsmodellen zum einen zu spät gekommen und dann zu den absolut falschen Konditionen. Überzogene Preise für schlechte Qualität und zu den schlechtmöglichsten Konditionen (DRM!)

 

Die Film-Industrie macht die selben Fehler.
Wenn ich mir bspw. auf Xbox Live den Zune-Videostore anschaue: Für einen HD Film über 6€. Dazu darf ich ihn nur innerhalb von 14 Tagen nach Kauf anschauen – nach dem ersten Abspielen sogar nur noch innerhalb von 24 Stunden. Danach ist der Film wertlos und ich muss ihn nochmal erwerben.

 

HD+… Monatliche Kosten, weiterhin Werbung und man darf zum Teil nicht aufnehmen. Archivierung ist komplett ausgeschlossen. Kein Überspringen von Werbung…

 

Und das soll ein guter Deal sein?

 

Nene meine Herren.

 

Daher mein Tipp an die Presseverleger:

Denkt Euch ein vernünftiges Geschäftsmodell aus, anstatt Druck über Gesetze aufzubauen zu lassen. (Aber ich verstehe das. Abmahnungen sind lukrativer, weil man seinen Arsch nicht mehr hochkriegen muss.)

 

Macht wieder qualitativen Journalismus und kopiert nicht nur Presse-Meldungen von den Agenturen. Fangt wieder an zu Recherchieren und kritisch zu Hinterfragen.

Und verlangt ruhig Geld für Euren Online-Auftritt. Aber zu vernünftigen Preisen!
Vom Gefühl her maximal 50 Cent für einen Artikel – ohne DRM!

 

Nutzt die Zeit des Wandels. Bei Online-Angeboten fallen Gewinnmargen, Vertrieb und Kosten für den Print und Logistik weg. Das muss doch irgendwie machbar sein.

Kategorien: Politik
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“Kinderpornografie ist toll!”

29. April 2010 13:37 von Twiddle

Sagt Anwalt Johan Schlüter laut Chip.de:

"Kinderpornografie ist toll," sagte der Anwalt vor ziemlich genau drei Jahren. "Sie ist toll, weil Politiker Kinderpornografie verstehen. Indem wir diese Karte ausspielen, können wir sie dazu bewegen, etwas zu tun und anzufangen, Seiten zu sperren. Und sobald sie das getan haben, können wir sie dazu bringen, auch Filesharing-Seiten zu sperren.

 

Ohne Worte…

Kategorien: Politik
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“Löschen ist keine Lösung”

6. April 2010 10:46 von Twiddle

Das zumindest meint CSU-Innen”experte” Hans-Peter Uhl:

 

Im Unterschied zum Buch ließen sich im Internet Seiten mit rechtswidrigem Inhalt nicht einfach entfernen. „Denn das vermeintlich Gelöschte wird vorher auf Computer heruntergeladen und taucht später an vielen neuen Stellen wieder auf. Man kann im weltweiten Netz nichts weltweit löschen“, sagte Uhl.

 

Haha, genau. Und weil man nichts wirklich gelöscht kriegt, stellt man lieber ein rotes Schild davor.

Das Zeug ist dann zwar auch immernoch da, aber…, äh, aber… Ja, was eigentlich?

 

“Durch Sperren, so Uhl, würde der Staat ein “Unwerturteil” aussprechen.”

 

Wie netzpolitik.org richtig anmerkt, geschieht dies bereits über die bestehenden Gesetze.

 

omg…

Ich hab Tinitus in den Augen. Ich seh überall Pfeifen.

Kategorien: Politik
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