Kommentar zu Frau Käßmanns Rücktritt

24. Februar 2010 22:36 von Twiddle

Alice Schwarzer hat bei Spiegel Online einen Kommentar zu Frau Käßmanns Rücktritt, aufgrund ihrer Trunkenheit am Steuer, veröffentlicht.

 

Frau Schwarzer meint:

Ich bedauere den Rücktritt von Margot Käßmann sehr! Und ich finde es falsch, dass sie diese dramatische Konsequenz gezogen hat. Falsch für uns Frauen, falsch für die fortschrittlichen ProtestantInnen in Deutschland - und falsch für sie selbst.”

 

Frau Schwarzer: Frau Käßmann hat absolut richtig gehandelt.

Sie sollten nicht behaupten, “Ein Mann in der Lage wäre nicht zurückgetreten! Man hätte die Geschichte vermutlich auch gar nicht als so skandalös empfunden.”, sondern vielmehr Frau Käßmann ihr Lob aussprechen, dass sie das einzig richtige getan hat und, wenn sie schon wieder mit den Emma-Argumenten kommen, lieber fordern, dass ausnahmslos alle Menschen so handeln sollten.

 

Es spielt keine Rolle, dass sie eine Frau ist, die “mit so viel Erfolg so aufrecht und integer diesen hürdenreichen Weg bis ans Ziel geschafft hatte”.

Wo wollen sie die Grenze ziehen? Bis zu welchem Werdegang und welcher Position sollen solche unverantwortlichen Fehltritte ohne Konsequenzen bleiben?

 

Ich bin wahrlich kein gläubiger Mensch und stehe der Kirche eher kritisch gegenüber.

Aber nachdem die Kirche sich immer auch selbst in der Vorbildfunktion sieht, hatte Frau Käßmann keine andere Wahl.

Wie soll sie Vorbild sein, weiterhin glaubhaft bleiben, wenn sie mit über 1,5 Promille am Steuer über eine rote Ampel rast und damit das Leben Unschuldiger gefährdet? Das ist unverzeihlich.

Wäre sie nicht zurückgetreten, wäre das das falsche Signal gewesen.

 

Es wären wünschenswert, wenn mehr Leute soviel Rückgrat nach ihren Fehltritten zeigen und sich nicht an ihre Positionen klammern würden.

 

Aber dann wäre vermutlich der Bundestag mittlerweile leer und etliche Banken ohne Führung…

Kategorien: Zeitgeschehen
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