“Ein juristisch interessantes Konstrukt”

26. Februar 2010 10:37 von Twiddle

Heute wurde im Bundestag der Antrag zur Aufhebung des Zensurgesetzes diskutiert.

Löblich ist dabei, dass die SPD ihren Fehler eingesehen hat. Zu spät, und wahrscheinlich nur um wieder ein paar Wähler zu finden, aber immerhin:

Es sei ein Fehler gewesen, dass die große Koalition auch auf das Instrument Sperren gesetzt habe, räumte Martin Dörmann ein, der als Verhandlungsführer für die SPD in der vergangenen Legislaturperiode an dem umstrittenen Gesetz mitgearbeitet hatte. Politik müsse sich auch korrigieren können.

 

Leider haben es aber einige immernoch nicht kapiert, was die Gegener eigentlich wollen. So zum Beispiel Ansgar Heveling von der CDU:

Zugleich betonte der Unionsabgeordnete, dass der Verbreitung von Kinderpornografie über das Internet "schändliche Taten" vorausgingen. Diese könnten "auch verhindert werden, indem man die Verbreitungswege kappt"

Stimmt. Aber Löschen ist da viel effektiver.

Und:

Die Aufgabe des Zugangserschwerungsgesetzes wäre daher "eine Bankrotterklärung im Kampf für den Schutz unserer Kinder"

Nein. Das Gesetz ist die Bankrotterklärung.

Geheime Sperren die ohne Richterbeschluss geführt werden sollen. Ineffektive Sperren, die leicht umgangen werden können. Und, so würde es vermutlich kommen, das gute Gefühl, dass man mit dem Stopp-Schild alles menschenmögliche getan hat und die Arbeit damit erledigt ist…

Das einzige, was keine Bankrotterklärung wäre, wäre das schnelle Löschen der Inhalte, das Ermitteln der Verantwortlichen, eine Aufdeckung der Hintermänner und eine harte Bestrafung.

 

Dorothee Bär, ebenfalls CDU, appellierte noch “An Parlamentarier sowie Netzaktivisten […], sich auf der Suche nach Lösungen "gemeinsam an einen Tisch zu setzen ohne Schaum vorm Mund."

Die Netzaktivisten darf sie gerne streichen. Die haben vor Inkrafttreten des Gesetzes alle Türen offen gelassen und mussten sich dafür diffamieren lassen.

 

Der schönste Satz kommt aber von unserer neuen Familienministerin Kristina Schröder:

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder räumte unterdessen zwar ein, dass die derzeitige Situation "juristisch ein interessantes Konstrukt" darstelle.

So kann man das auch nennen…

Kategorien: Politik
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Kommentar zu Frau Käßmanns Rücktritt

24. Februar 2010 22:36 von Twiddle

Alice Schwarzer hat bei Spiegel Online einen Kommentar zu Frau Käßmanns Rücktritt, aufgrund ihrer Trunkenheit am Steuer, veröffentlicht.

 

Frau Schwarzer meint:

Ich bedauere den Rücktritt von Margot Käßmann sehr! Und ich finde es falsch, dass sie diese dramatische Konsequenz gezogen hat. Falsch für uns Frauen, falsch für die fortschrittlichen ProtestantInnen in Deutschland - und falsch für sie selbst.”

 

Frau Schwarzer: Frau Käßmann hat absolut richtig gehandelt.

Sie sollten nicht behaupten, “Ein Mann in der Lage wäre nicht zurückgetreten! Man hätte die Geschichte vermutlich auch gar nicht als so skandalös empfunden.”, sondern vielmehr Frau Käßmann ihr Lob aussprechen, dass sie das einzig richtige getan hat und, wenn sie schon wieder mit den Emma-Argumenten kommen, lieber fordern, dass ausnahmslos alle Menschen so handeln sollten.

 

Es spielt keine Rolle, dass sie eine Frau ist, die “mit so viel Erfolg so aufrecht und integer diesen hürdenreichen Weg bis ans Ziel geschafft hatte”.

Wo wollen sie die Grenze ziehen? Bis zu welchem Werdegang und welcher Position sollen solche unverantwortlichen Fehltritte ohne Konsequenzen bleiben?

 

Ich bin wahrlich kein gläubiger Mensch und stehe der Kirche eher kritisch gegenüber.

Aber nachdem die Kirche sich immer auch selbst in der Vorbildfunktion sieht, hatte Frau Käßmann keine andere Wahl.

Wie soll sie Vorbild sein, weiterhin glaubhaft bleiben, wenn sie mit über 1,5 Promille am Steuer über eine rote Ampel rast und damit das Leben Unschuldiger gefährdet? Das ist unverzeihlich.

Wäre sie nicht zurückgetreten, wäre das das falsche Signal gewesen.

 

Es wären wünschenswert, wenn mehr Leute soviel Rückgrat nach ihren Fehltritten zeigen und sich nicht an ihre Positionen klammern würden.

 

Aber dann wäre vermutlich der Bundestag mittlerweile leer und etliche Banken ohne Führung…

Kategorien: Zeitgeschehen
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Zugangserschwerungsgesetz soll bleiben

24. Februar 2010 17:26 von Twiddle

Damit hätte ich nun wirklich nicht gerechnet

 

Die CDU/CSU hat nach der Anhörung im Petitionsausschuss eine Pressemitteilung veröffentlicht.

 

Darin heißt es:

Die Absicht der Oppositionsfraktionen, das Zugangserschwerungsgesetz ersatzlos aufzuheben, ist unverantwortlich […]

Und:

Die Fraktion von CDU/CSU unterstützt das morgen in Kraft tretende Zugangserschwerungsgesetz […]

 

Begründet wird die Ablehnung des Aufhebungsgesetzes wie folgt:

[…] da damit der Schutz der Kinder vor Missbrauch dem freien Zugangsrecht weiterhin untergeordnet wäre.

 

Nix gelernt. Thema verfehlt. Klassenziel nicht erreicht. Bitte kündigen…

 

Gefunden bei Netzpolitik.org

Kategorien: Politik
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Unser Star für Oslo

23. Februar 2010 22:24 von Twiddle

Ich bin ja kein so großer Fan von Casting-Shows, auch wenn ich DSDS hin und wieder ganz gerne schaue.

 

Für “Unser Star für Oslo” hatte ich mich anfangs aber gar nicht interessiert.

“Uh, Grand Prix” und “Nicht noch eine Raab-Sendung” waren meine ersten Gedanken.

 

Nachdem aber meine Mutter meinte: “Das musst Du Dir mal anschauen”, hab ich letzte Woche doch mal einen Blick riskiert und wurde wirklich positiv überrascht.

Ein absolut hohes Niveau, was sowohl die Beiträge, als auch die Kandidaten betrifft. Kein Vergleich zu Popstars & Co.

 

Durchweg authentische, individuelle, sympathische Kandidaten. Ohne Star-Allüren und dem dramatischen Hintergrund aus DSDS.

 

So sitze ich heute wieder vor der Glotze und verfolge mit Spannung die Auftritte.

Aber dass da so ein Knaller kommt – damit hätte ich nicht gerechnet.

 

Der 20-jährige Christian Durstewitz wagt sich mit Gitarre und seinem eigenen Song “Another Night” auf die Bühne und liefert eine erstklassige Leistung ab.

Ich kann wirklich nur sagen: “Wow. Wann kann ich die Platte kaufen?!”

 

Ein phantastischer Song, klasse arrangiert, emotional gesungen, geile Stimme und eine Hammer-Performance. Ich bin restlos begeistert!

 

Wer mit 20 so einen Song schreibt und live im Fernsehen aufführt, der ist wahrlich ein echter Musiker.

 

Fairerweise muss man sagen, dass alle Kandidaten eine tolle Leistung gezeigt haben. Gerade auch Lena, die unglaublich authentisch und liebenswert rüberkommt und einfach gute Stimmung verbreitet.

 

Aber das was Christian da abgeliefert hat, war wirklich unglaublich. Respekt!

Kategorien: Musik
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Köhler unterzeichnet Zugangserschwerungsgesetz

17. Februar 2010 13:32 von Twiddle

Da haben wir den Salat.

Bundespräsident Köhler hat das Leyen’sche Zugangserschwerungsgesetz unterschrieben.

Allen Kritiken und Zweifeln zum Trotz. Begründung: “Es bestehen keine durchgreifenden verfassungsrechtlichen Bedenken, die ihn an einer Ausfertigung gehindert hätten.”

 

Ein trauriger Tag für Deutschland.

 

Auch wenn das Gesetz vorerst ausgesetzt wird, ist es nun doch da und rechtskräftig – jetzt bedarf es eines Aufhebungsgesetzes.

Und, da bin ich mal Pessimist, wird es so schnell nicht geben.

Kategorien: Politik
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PSN wird möglicherweise kostenpflichtig

4. Februar 2010 12:45 von Twiddle

Sony denkt offenbar ernsthaft darüber nach, Gebühren für das PSN zu verlangen.

Dabei orientiert man sich anscheinend am Modell von Xbox Live.

So dass es bspw. manche Downloads für zahlende Mitglieder früher gibt.

 

Tja, damit würde ein Argument der Xbox-Basher fallen ;)

(Vom bezahlten Multiplayer war ja aber bisher nicht die Rede)

 

Wobei man natürlich abwarten muss, ob und wie das Ganze umgesetzt wird.

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Kategorien: PS3
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