Herr Ziercke meint, Websperren schrecken ab.
Genau. Ein kleines Stopp-Schild, das man durch eine einfache Änderung seiner DNS-Server eh nie zu Gesicht bekommt, wirkt abschreckender, wie die bereits bestehenden Geld- und Haftstrafen.
Aber nunja, das ist ja altbekannt.
Herr Ziercke hat aber offenbar einen IT-Kurs belegt, und weiß jetzt, wovon er redet.
“Das alleinige Löschen einer IP-Adresse führt damit nicht zum Verschwinden der schrecklichen Bilder aus dem Internet.”
Öhm, ja. Muss man dazu noch was sagen?
Für die Laien:
Die Kommunikation im Internet findet über IP-Adressen statt.
Eine IP-Adresse besteht nur aus, durch Punkte getrennte, Zahlen.
Beispiel: 192.168.1.12 (das ist btw ein Address-Raum, der für private Netze reserviert ist)
Diese Zahlen, geben den Ort an, wo sich ein Internet-Auftritt befindet – im Prinzip wie eine Telefonnummer oder Anschrift.
Weil man sich sowas schlecht merken kann, gibt es Domains (URLs).
D.h., die URL www.example.com, zeigt auf die IP-Adresse 192.0.32.10.
Diese Verknüpfung wird auf sogenannten DNS-Servern gespeichert.
Wenn sie also eine URL in ihrem Browser eingeben, frägt dieser bei einem DNS-Server nach, auf welche IP-Adresse diese URL zeigt.
Die Webseite selbst wird als Dateien auf einem Server gespeichert, der weiß, dass er diese anzeigen soll, wenn eine Anfrage über diese Adresse gestellt wird.
Wird nun eine Internetseite gelöscht,
- werden die Dateien auf der Server gelöscht
- oder die Verknüpfung von Domain und IP-Adresse aufgelöst (was nicht unbedingt hilft, da die Seite dann weiterhin über die IP-Adresse erreichbar wäre)
- bzw. wird dem Server gesagt, dass er nicht mehr auf diese Adresse hören soll
Die IP-Adresse selbst gibt es weiterhin. Diese kann auch, von jemand anderem, durchaus wieder verwendet werden. Muss sie im Prinzip sogar, weil uns die IP-Adressen mittlerweile ausgehen – es gibt einfach nicht genügend Zahlen-Kombinationen…